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Gedanken unterdrücken funktioniert ohne Rebound-Effekt

Eine neue Studie der Universität Białystok widerlegt den klassischen „weißen Bären“-Effekt. Gedanken lassen sich demnach bewusst unterdrücken, ohne dass sie verstärkt zurückkehren. Die Forschung identifiziert methodische Mängel in früheren Experimenten.

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Eine neue Studie der Universität Białystok in Polen stellt den seit 1987 bestehenden Befund zum sogenannten „weißen Bären“-Effekt infrage.

Die Studie wurde von Aneta Niczyporuk durchgeführt. Sie analysierte die methodischen Grundlagen der klassischen Experimente von Daniel Wegner aus dem Jahr 1987. Wegner hatte Probanden aufgefordert, nicht an einen weißen Bären zu denken, woraufhin der Gedanke bei vielen Teilnehmenden verstärkt zurückkehrte.

Niczyporuk kommt zu dem Schluss, dass die früheren Befunde auf methodische Mängel zurückzuführen sind. Die neue Forschung deutet darauf hin, dass eine bewusste Unterdrückung von Gedanken möglich ist, ohne dass diese später verstärkt auftreten.

Der „weiße Bären“-Effekt gilt seit fast vier Jahrzehnten als Standardbeispiel für die Grenzen der mentalen Kontrolle. Zahlreiche psychologische Lehrbücher und Therapieansätze bezogen sich auf diesen Rebound-Effekt. Die neue Studie aus Białystok hinterfragt nun die Reliabilität dieser Grundannahme.

Die Forscherin identifizierte systematische Fehler in der Versuchsanordnung früherer Experimente. Dazu gehörten unzureichende Kontrollbedingungen und die Art der Instruktionen an die Probanden. Die aktuelle Arbeit verwendet präzisere Messmethoden und eine verbesserte Versuchsplanung.

Die Ergebnisse der Studie müssen nun in weiteren unabhängigen Untersuchungen repliziert werden. Sollten sie bestätigt werden, könnten sie Auswirkungen auf die kognitive Verhaltenstherapie, Achtsamkeitsbasierte Ansätze und die Beratung bei Zwangsgedanken haben.

Die Universität Białystok plant laut Süddeutscher Zeitung Folgestudien, die den Mechanismus der Gedankenunterdrückung mit bildgebenden Verfahren weiter untersuchen sollen. Ziel ist es, neurobiologische Korrelate der erfolgreichen Suppression zu identifizieren.

Für die Praxis bedeutet die Studie vorläufig, dass Techniken zur bewussten Gedankenkontrolle möglicherweise wirksamer sind als bisher angenommen. Betroffene mit belastenden Gedankenschleifen könnten von überarbeiteten Therapieansätzen profitieren, sobald die neuen Erkenntnisse in die klinische Anwendung einfließen.

Dieser Beitrag wurde mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt.