Neuer Wirkstoff senkt Gefäßwiderstand bei Lungenhochdruck um mehr als die Hälfte
Die abgeschlossene Phase-2-Studie PHocus lieferte deutliche Verbesserungen für Betroffene mit Lungenhochdruck. Mosliciguat verringerte den Widerstand in den Lungengefäßen signifikant und steigerte die Gehleistung der Patienten.
In einer weltweiten klinischen Untersuchung der Phase zwei mit 135 Teilnehmern an 87 Standorten in 20 Staaten hat der Wirkstoff Mosliciguat seine Wirkung bei Lungenhochdruck unter Beweis gestellt. Nach sechzehn Wochen Therapie verringerte sich der Widerstand in den Lungengefäßen um 56,3 Prozent gegenüber der Placebogruppe. Zudem konnten die Probanden nach vierundzwanzig Wochen im Sechs-Minuten-Gehtest im Schnitt 53 Meter mehr zurücklegen.
Der Arzneistoff wird als Pulver eingeatmet und regt ein Enzym an, das die Blutgefäße erweitert. Dies geschieht selbst in Bereichen der Lunge, die bereits entzündet oder vernarbt sind. Lungenhochdruck entwickelt sich oft infolge von Fibrose oder anderen Narbenbildungen, belastet das rechte Herz stark und birgt lebensbedrohliche Risiken.
Wissenschaftler der Justus-Liebig-Universität Gießen haben die Entwicklung des Mittels und die Studie entscheidend vorangebracht. Ursprünglich stammt der Wirkstoff aus der Forschung von Bayer, die Vermarktungsrechte hat inzwischen das Unternehmen Pulmovant übernommen. Die Behandlung richtet sich gezielt gegen den erhöhten Gefäßwiderstand und entlastet damit das Herz.
Durch die inhalative Anwendung direkt in der Lunge sollen unerwünschte Wirkungen im übrigen Körper weitgehend vermieden werden. Bislang fehlt dem Mittel noch die Zulassung als Arzneimittel. Eine nachfolgende Phase-3-Prüfung mit etwa 375 Patienten läuft bereits weltweit und soll weitere Erkenntnisse zu Wirksamkeit und Verträglichkeit bringen.
Die Resultate der vorangegangenen Studie werden als bedeutsamer Schritt bei einer bislang schwer therapierbaren Krankheit eingestuft. Die aktuell laufende größere Untersuchung soll zusätzliche Daten für ein mögliches Zulassungsverfahren bereitstellen.
Dieser Beitrag wurde mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt.