Deutschland und Frankreich einigen sich auf neues Paket für EU-Autobranche
Die beiden Länder haben am Rande des Brüsseler Gipfels ein Kompromissbündel zur Automobilindustrie und zur Industriellen Beschleunigungsverordnung beschlossen. Es sieht ein abgesenktes Emissionsziel für Neuwagen bis 2035 und deutlich strengere europäische Herkunftskriterien vor.
Deutschland und Frankreich haben sich am Donnerstag auf ein gemeinsames Vorgehen in der europäischen Automobilpolitik verständigt. Die Einigung kam während des EU-Gipfels in Brüssel zustande. Sie verknüpft weniger strenge Vorgaben für Fahrzeugemissionen mit höheren Anforderungen an die regionale Wertschöpfung.
Das CO₂-Minderungsziel für neu zugelassene Pkw im Jahr 2035 wird auf 90 Prozent gegenüber dem Basisjahr 2021 festgelegt. Dabei entfallen bisher mögliche Ausgleichsoptionen wie der Einsatz von grünem Stahl. Gleichzeitig erhalten Hersteller größere Spielräume bei der Anrechnung von Plug-in-Hybriden bis 2029, bei der Nutzung erneuerbarer sowie kohlenstoffarmer Treibstoffe und bei der zeitlichen Verteilung der Erfüllung der Vorgaben.
Nach Einschätzung von Bundeskanzler Merz entfällt damit das faktische Verbot von Verbrennungsmotoren ab 2035. Die Regelungen sollen die heimische Industrie und Beschäftigte gegenüber Billigimporten aus China absichern und die Produktion innerhalb Europas fördern.
Fahrzeuge, die künftig von Förderungen profitieren wollen, müssen deutlich höhere Anteile europäischer Herkunft aufweisen. Mindestens siebzig Prozent der Wertschöpfung bei allen Bauteilen außer Batterien und zehn Prozent bei den Batterien selbst müssen aus dem europäischen Wirtschaftsraum stammen. Unter bestimmten Voraussetzungen wie gegenseitiger Marktoffnung und Einhaltung von Zoll- und Subventionsregeln können auch Fahrzeuge aus Großbritannien, Norwegen, Island und der Schweiz als europäisch anerkannt werden.
Macron und Merz haben das Ergebnis auf dem Gipfel gemeinsam vorgestellt. Es kombiniert die deutschen Wünsche nach mehr Technologieoffenheit mit den französischen Vorstellungen einer stärkeren Bevorzugung europäischer Lieferketten.
Mit dem Kompromiss sollen die bisher blockierten Gespräche über neue Automobilvorschriften und die Industrielle Beschleunigungsverordnung wieder Fahrt aufnehmen. Die Zustimmung der übrigen Mitgliedstaaten sowie des Europäischen Parlaments steht noch aus.
Die Verhandlungsführer reagierten auf den zunehmenden Druck chinesischer Anbieter auf dem europäischen Markt. Das Paket soll eine einheitlichere europäische Industriepolitik ermöglichen. Konkrete Umsetzungsfristen und weitere technische Einzelheiten müssen in den kommenden Wochen noch ausgearbeitet werden.
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Dieser Beitrag wurde mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt.