Unvorhersehbarkeit in der Kindheit erhöht Risiko für psychische Probleme
Forschende haben Unvorhersehbarkeit im Alltag von Kindern als eigenständigen Risikofaktor für die psychische Gesundheit identifiziert. Die neue Untersuchung zeigt, dass dieser Faktor unabhängig von bekannten belastenden Kindheitserfahrungen wirkt.
Forschende der University of California Irvine, der Chapman University und des Rady Children’s Health haben Daten von knapp 30.000 Kindern im Alter von null bis 17 Jahren ausgewertet. Die Untersuchung fand in 19 pädiatrischen Kliniken im kalifornischen Orange County statt. Sie kombinierten ein etabliertes Screening für belastende Kindheitserfahrungen mit einem neuen fünf Fragen umfassenden Instrument zur Messung von Unvorhersehbarkeit im Alltag.
Höhere Werte beim Unvorhersehbarkeits-Screening hingen unabhängig von belastenden Kindheitserfahrungen mit einem erhöhten Risiko für Depressionen, Angststörungen, Verhaltensprobleme, Schlafstörungen sowie Kopfschmerzen und Bauchschmerzen zusammen. Bei Kindern ohne belastende Kindheitserfahrungen, aber mit hoher Unvorhersehbarkeit war das Risiko für eine Depressionsdiagnose rund elfmal höher als bei Kindern mit niedrigen Werten in beiden Screenings. Die Kombination beider Instrumente verstärkte die Zusammenhänge mit psychischen und körperlichen Beschwerden in vielen Fällen deutlich.
Unvorhersehbarkeit bei Kleinkindern weit verbreitet
Bei Kindern im Alter von null bis vier Jahren wiesen 13 Prozent mindestens eine belastende Kindheitserfahrung auf. Gleichzeitig zeigten 23 Prozent mindestens eine Form von Unvorhersehbarkeit. Die Häufigkeit stieg mit zunehmendem Alter an. Das neue Screening lieferte zusätzliche Vorhersagekraft für Depressionen und Schlafstörungen, die das herkömmliche Instrument allein nicht erfasste.
Die Forschenden um Laura Glynn und Tallie Z. Baram betonten, dass Unvorhersehbarkeit die Gehirnentwicklung beeinflusse und langfristig das Risiko für psychische Belastungen erhöhe, auch ohne klassische Traumata. Das fünf Fragen umfassende Instrument erwies sich als praktikabel für den Einsatz in pädiatrischen Praxen und zeigte gute psychometrische Eigenschaften. Die Zusammenhänge galten über verschiedene soziodemografische Gruppen hinweg.
Die Studienautoren sprachen sich dafür aus, kurze Fragen zur Unvorhersehbarkeit in Routineuntersuchungen zu integrieren. Damit könnten gefährdete Kinder früher erkannt und unterstützt werden. Die Ergebnisse ergänzen bestehende Screening-Methoden und unterstreichen die Bedeutung stabiler Alltagsstrukturen für die kindliche Entwicklung.
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Dieser Beitrag wurde mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt.